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Auf dem Dach Afrikas


african roadmovie

Chronologie eines Abenteuers

 Von Norddeutschland bis Namibia; einmal Afrika der Länge nach in sechseinhalb Monaten.

Der Reisegefährte ist ein Siebeneinhalbtonner, ein Mercedes -Lkw im >zarten Alter< von 45 Jahren namens >Thunder<.

Ein Rundschnauzer-Lkw, wie er in Afrika, Asien und Südamerika noch immer zum Alltagsbild gehört. Eine Legende eben.


Foto & Copyright : Dieter Kreutzkamp

Wir starten in einer Zeit, als Nordafrika und Staaten des Nahen Ostens in Flammen stehen: Umsturz in Libyen, Nachwehen der Revolutionen in Tunesien und Ägypten. Schwere Kämpfe in Syrien. Und auch der übrige afrikanische Kontinent ist alles andere als ein >reisetechnisches Leichtgewicht<.

Vielleicht hätten wir unter diesen aktuellen politischen Vorzeichen die Finger von Afrika gelassen, wäre da nicht unsere alte Liebe…

Sie beginnt 1971, als Juliana und ich mit einem alten VW-Bulli den Einstieg ins lebenslange Abenteuer wählen – die Nordsahara. Schon vier Jahre später starten wir eine Afrikadurchquerung, die zwar auf sechs Monate angesetzt ist, letztlich jedoch 18 Monate dauert und 66.000 km lang ist. Sie führt durch Nord-, West-, Zentral-, Ost-, Süd- und Südwestafrika, bevor es auf der Ostroute zurück Richtung Mittelmeer geht.

 Genau vier Jahrzehnte nach unserem allerersten Schnupperkurs in Sachen Afrika beginnt das aktuelle Roadmovie, das uns von Europa nach Israel und Jordanien, Ägypten, Sudan, Äthiopien, Kenia, Uganda, Ruanda, Tansania, Malawi und Sambia führt. Unser Etappenziel ist Windhoek in Namibia.


Foto & Copyright : Dieter Kreutzkamp

Eine Afrikadurchquerung ist noch immer ein unberechenbares Abenteuer:

Bewaffnete Straßenkontrollen auf dem Sinai und dem Rest Ägyptens; trotzdem besteigen wir hier den 2285 Meter hohen >Berg Sinai< der Bibel. Dann das ultimative Verkehrschaos im Moloch Kairo. Mehr als drei Wochen warten wir, bis die unnachahmlich einfallsreiche ägyptische Bürokratie uns die Möglichkeit eröffnet, mit einem hoffnungslos überladenen Seelenverkäufer über den Lake Nasser in den Sudan einzureisen.

 Der Sudan ist für uns – wie schon 36 Jahre zuvor – ein Traumland im Menschlichen… Bis uns die Geheimpolizei in Omdurman verhaftet, weil ich Kamele fotografiere…

Durch spektakuläre Berglandschaften klettert unser Lkw durchs äthiopische Hochland auf über 3500 Meter. Und dann staunen wir in Lalibela, wo Menschen vor fast tausend Jahren per Hand riesige Kirchen aus purem Fels meißelten.


Foto & Copyright : Dieter Kreutzkamp

Der Zöllner grüßt uns bei der Einreise nach Kenia: >hakuna matata<. Doch das ostafrikanische Motto >take it easy, nimm’s leicht!< gilt anfangs nur bedingt: Stammeskämpfe machen das Durchkommen im Norden Kenias zum sehr gefährlichen Abenteuer; Schießereien, Tote, zerstörte Dörfer.

 Unsere Reise zum >Dach Afrikas< findet einen ersten Höhepunkt mit der Besteigung des 4985 Meter hohen Point Lenana des Mount Kenya, dem zweithöchsten Bergmassiv Afrikas.

 Danach folgen wir der >Hauptstraße nach Zentralafrika<. Eine quälende Fahrt zwischen schweren, stinkenden, schwarze Qualmwolken paffenden Tanklastwagen; auf dieser Route werden der Kongo und Zentralafrika von den Raffinerien am Indischen Ozean mit Sprit versorgt. Die Fahrbahn ist gefährlich ausgefahren, ein Schlingerkurs wie auf einer Achterbahn; alle paar Stunden schlimme Verkehrsunfälle mit zerfetzten Autos.


Foto & Copyright : Dieter Kreutzkamp

Wir entgehen diesem Horrortrip für einige Zeit, indem wir Ugandas zweithöchstes Gebirgsmassiv, den 4321 Meter hohen Mount Elgon, besteigen. Nur begleitet von zwei mit Kalaschnikows bewaffneten Rangern.

Drei Tage sind wir bis zum Gipfel dieses riesigen Vulkans unterwegs; durch wilde Hochgebirgslandschaft mit einer Vegetation, wie sie nur dieser Teil der Welt hervorbringt.

 Den zunehmenden Bevölkerungsdruck auf die letzten Tierparadiese registrieren wir überall, doch als wir den Queen Elizabeth Nationalpark erreichen, sind wir mittendrin im zauberhaftesten Afrika-Klischee: Mehr als 50 Elefanten grüßen uns an einem einzigen Tag.


Foto & Copyright : Dieter Kreutzkamp

Wenig später besteigen wir in Tansania den 4565 Meter hohen Mount Meru. Umwerfend das Gipfelerlebnis, als die Sonne an der Flanke des uns gegenüberliegenden Kilimandscharo aufgeht.

Erinnerungen an unsere frühere >Kili<-Besteigung kommen auf.  Doch während sich auf dem Gipfel des Kilimandscharo täglich mehrere Dutzend Menschen drängen, sind wir auf der Spitze des Mount Meru nur vier Wildnis-Trekker.

 In Malawi sind die Probleme anderer Natur als bisher: Offiziell gibt’s im ganzen Land wegen internationaler Sanktionen keinen Sprit zu kaufen. Der Verkehr ist zum Erliegen gekommen. Auf Schwarzmärkten wird der Liter Diesel mit drei US-Dollar gehandelt.


Foto & Copyright : Dieter Kreutzkamp

Und doch... Die bunten Bilder von fröhlichen Menschen am riesigen Malawisee begleiten uns, als wir Sambia erreichen. Unser Highlight hier: der South Luangwa National Park, wo sich 30 Flusspferde Tag und Nacht unterhalb unseres Camps balgen und Elefanten in Minutenabständen unsere Piste kreuzen.

 Unweit der Victoriafälle überqueren wir die Grenze nach Namibia, ein stilles, weites, gering bevölkertes, wüstenhaftes Land. Am Brandberg, dem Höchsten in Namibia, klettern wir ein letztes Mal aufs >Dach Afrikas< und genießen die einmalige Stille, Schönheit und Unberührtheit dieses Juwels im Südwesten des Schwarzen Kontinents. 

Nach 22.500 Kilometern  durch Afrika erreichen wir Windhoek, unser Ziel.


Foto & Copyright : Dieter Kreutzkamp


 

 


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